Donnerstag, 29. Oktober 2020

MAPPING PARADISE

Im niederländischen Grenzland und genauer in Diepenheim verbringen Emmy Bergsma und ich aktuell wunderschöne Tage on AiR  - als Artists in Residence des Drawing Center Diepenheim sowie in der Kunstvereniging Diepenheim und sehen die Bäume wachsen.

Wir arbeiten in den umgebenen Wäldern, Parks sowie dem Botanischen Garten in Twickel an unserem Projekt MAPPING PARADISE, in dem wir uns Bäumen nähern, die so unendlich viel älter sind, als wir es jemals werden können.

Bäume, deren Erinnerungen uns unzugänglich sind,
deren materielle Präsenz aber knorrig, hölzern und stabil dem Urzustand tiefer verwurzelt scheinen.

Und so lebe ich zwischen den tollen Räumen der Kunstvereiniging Diepenheim und den diversen Kultur- und Naturformen der twentschen Landschaft in diesen seltsamen Tagen, da die Corona sich dieseits und jenseits der Grenze ausgebreitet hat.

Wer am Samstag, den 31. Oktober 2020 zu den OPEN STUIOs kommen will, ist herzlich eingeladen und kann vor Ort neue großformatige Arbeiten von Emmy Bergsma und weitere Filme, sowie experimentelle Studien von mir vor Ort sehen.

Mit der Bitte sich für diesen Fall anzumelden,
bedanke ich mich für Euer und Ihr Interesse
und verbleibe mit herzlichen Grüßen


Susanne von Bülow

Mapping Paradise - ein taNDem Projekt von
Emmy Bergsma und Susanne von Bülow

Het Paradijs is een fictieve plek, je kunt het zoeken, maar je zult het nooit vinden. Soms is het andersom, terwijl we onder een dicht bladerdak van een boom rusten, dan vindt het Paradijs óns. Wij stellen ons voor dat de bomen die nu hier groeien uit hetzelfde DNA bestaan als de bomen in de Hof van Eden. Bomen overstijgen onze levensduur en weten daarom over meerdere generaties dingen te vertellen in een taal die niet de onze is. Een boom is de verbinding tussen Hemel en Aarde.

Door middel van ‘Deep Mapping’ willen Emmy Bergsma en Susanne von Bülow de oudste bomen uit de Euregio onderzoeken en manieren zoeken om ze te ‘verstaan’ en zodoende het Paradijs te naderen. Bij iedere boom nemen we de tijd om met al onze zintuigen, de zichtbare en onzichtbare kenmerken van de bomen waar te nemen. De autonome werken die daar uit voortvloeien, worden getoond in tentoonstellingen in Nederland en Duitsland.

Das Paradies ist ein fiktiver Ort, man kann danach suchen, aber man wird es nie finden. Manchmal ist es umgekehrt, während wir uns unter einem dichten Baumdach ausruhen, findet uns das Paradies. Wir stellen uns vor, dass die Bäume, die jetzt hier wachsen, dieselbe DNA tragen wie die Bäume im Garten Eden. Bäume überschreiten unsere Lebensspanne und bezeugen Dinge über mehrere Generationen hinweg – in einer Sprache erzählt, die nicht unsere eigene ist. Ein Baum ist die Verbindung zwischen Himmel und Erde.

Mittels „Deep Mapping“ werden Emmy Bergsma und Susanne von Bülow die ältesten Bäume in der Euregio aufsuchen, um sie zu „verstehen“, nähern wir uns dem Paradies selbst. Für jeden Baum gebrauchen wir alle unsere Sinne und viel Zeit, um die sichtbaren und unsichtbaren Eigenschaften der Bäume erleben und abzubilden. Die Ergebnisse und die daraus resultierenden autonomen Arbeiten werden in Ausstellungen in den Niederlanden und in Deutschland gezeigt.

Donnerstag, 20. August 2020

Kastanienstumpfkonzerte in Linnenbrinks Garten


Zweites Kastanienstumpfkonzert mit Gudula Rosa

Anfang des Jahres riss ein Gewitter die alte Kastanie entzwei
und damit ihr gegenüber die Seite der großen Blutbuche blank. 

Die Folge waren ein großer Kastanienstumpf und eine Blutbuche, deren kahle Seite - mit einem weißen Sonnenschutzanstrich versehen - nun eine bizarre Fernwirkung hat. 


Erster Testlauf mit live gezeichneter Digitalfilmperformance im Park

Dieses Baumensemble nutzte ich gemeinsam mit Ruppe Koselleck, um vor Ort Kastanienstumpfkonzerte zu organisieren. 

Mutige Musiker ersteigen dabei den Kastanienstumpf wie einen natürlichen Sockel und spielen ihre Musik für die Blutbuche gegenüber, für die zufälligen Passanten für sich selbst.

Für viele Performerinnen und Musiker ist Corona ein Alleinstellungsmerkmal,
da es cooperatives Zusammenspiel erschwert, bezeiten sogar verbietet. 

Das von uns organisierte Konzertformat gibt dieser situationsbedingten Einsamkeit ein wunderschönen und poetischen Raum und Ausdruck, der von den jeweiligen Musikern noch gesteigert wird. 

Eine Eigenart unserer epidemiologischen Zeit ist es, dass offizielle Räume mit Laufrichtungen und Warteräumen und unzähligen sperren und Warnmarkierungen reguliert werden. Dagegen werden inoffizielle Räume wie Parkanlagen, Kirchgärten neu und ungeregelt genutzt und möbliert.

Konzerte auf einem Kastanienstumpf sind auch eine Art Aneignung der urbanen Natur als mögliche Bühne.

Die Interpreten der Situation im Park sitzen hochoben auf dem Kastanienstumpf und blicken über den Park, der an einer klassischen Einfallsstraße in die Stadt gelegen ist.

Die Konzerte finden genehmigungslos, spontan und sporadisch statt. Sie werden dokumentiert und gefilmt sowie von mir mittels eines zeichnerischen Digitalfilmformates live gezeichnet und interpretiert. KASTANIENSTUMPFKONZERTE verbinden unterschiedlichen Techniken zu einer Bewegtbilder und Toncollage und werden schließlich von mir zu einer Installation legiert, die Anfang nächsten Jahres im Kunstverein Ahlen gezeigt werden wird.

Hier in Ahlen treffen diese dann diese digitalen Bewegtbilder - ebenso wie weitere Studien zu tausenjährigen Baumdenkmalen - auf Emmy Bergsmas Forschungen zu den hölzernen Zeitzeugen vergangener Epochen. 


Gemeinsam mit Emmy Bergsma untersuche ich aktuell und paralellel im Projekt MAPPING PARADISE steinalte Bäume, deren Ewigkeitscharakter eine temporäre Nähe zum Paradies legen. (...)

Bald mehr!

Herzliche Grüße und bis demnächst

Eure und Ihre Susanne von Bülow

Für die Förderung der KASTANIENSTUMPFKONZERTE durch das Land NRW ebenso wie die Förderung der Digitalzeichenformate durch die Euregio im Tandem Projekt möchte ich mich an dieser Stelle ebenso bedanken, wie für den Support von so vielen Freiwilligen, den Musikern, den Filmerns sowie dem Berliner Kunstverein für sein programatischen Know How to survive